Kunst und Kultur tun allen gut
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Lasha Gedenidze
Menschen mit Behinderung sind im Kulturbereich nach wie vor unterrepräsentiert. Viele Kulturorte und Angebote sind nicht ausreichend barrierefrei oder orientieren sich nicht an den Bedürfnissen der Zielgruppe. Hinzu kommen organisatorische Herausforderungen, fehlende Begleitmöglichkeiten und geringe Erfahrungen mit kulturellen Angeboten.
Insbesondere Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen stoßen auf bauliche, kommunikative und soziale Barrieren, die den Zugang zu Kunst und Kultur erschweren. Die Folge sind eingeschränkte Teilhabechancen und wenige Möglichkeiten, kreative Fähigkeiten zu entfalten sowie kulturelle Erfahrungen zu sammeln. Die Erfahrungen aus der Basisarbeit und den inklusiven Projekten unseres Vereins KulturLeben Berlin zeigen jedoch, dass niedrigschwellige Kulturangebote großes Interesse wecken und Menschen nachhaltig für Kunst und Kultur begeistern können.
Um auch diejenigen zu erreichen, die bestehende Angebote kaum oder gar nicht nutzen können, braucht es Formate, die unmittelbar an ihrem Lebensort ansetzen und kulturelle Teilhabe aktiv ermöglichen. Hier setzt das neue Projekt des Vereins KulturLeben Berlin an.
Projektidee
Das Projekt „Kunst und Kultur tun allen gut! Inklusive Kulturarbeit in Berlin weckt Appetit auf mehr“ bringt Kunst und Kultur direkt in die Lebenswelt von Menschen mit Behinderung. In regelmäßigen Workshops in Einrichtungen der Behindertenhilfe erhalten die Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene kreative Ausdrucksformen zu entdecken, künstlerisch tätig zu werden und neue kulturelle Erfahrungen zu sammeln.
Ziel des Projekts ist es, kulturelle Teilhabe nachhaltig zu stärken und kreative Potenziale zu fördern. Gleichzeitig werden die Einrichtungen stärker mit ihrem Sozialraum vernetzt. Durch die Zusammenarbeit mit Künstler*innen, Kulturvermittler*innen und lokalen Akteur*innen eröffnen sich neue Möglichkeiten des Austauschs zwischen den Bewohner*innen, der Nachbarschaft und dem kulturellen Leben vor Ort. Dies trägt dazu bei, Barrieren abzubauen, soziale Teilhabe zu stärken und inklusive kulturelle Strukturen dauerhaft zu verankern.
Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele:
Kulturelle Teilhabe ermöglichen: Menschen mit Behinderung gestalten Kunst und Kultur aktiv mit.
Begegnungen schaffen: Der Austausch zwischen Menschen mit und ohne Behinderung wird gefördert.
Inklusion stärken: Teilnehmende, Mitarbeitende, Angehörige und Nachbarschaften werden für kulturelle Teilhabe sensibilisiert.
Innovativer Ansatz
Das Projekt geht über klassische Kulturvermittlung hinaus. Erstmals werden professionelle Künstler*innen verschiedener Sparten langfristig als feste Workshopleiter*innen eingesetzt, um kontinuierliche kreative Gruppen in Einrichtungen der Behindertenhilfe aufzubauen. Gleichzeitig werden die Einrichtungen selbst als Kulturorte verstanden. Durch öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Aufführungen öffnen sie sich für ihre Nachbarschaften und werden zu Orten inklusiver Begegnung. Darüber hinaus vernetzt das Projekt die teilnehmenden Einrichtungen miteinander und schafft neue soziale und kreative Beziehungen über Einrichtungsgrenzen hinweg.
Nachhaltigkeit
Die dreijährige Laufzeit ermöglicht den Aufbau tragfähiger Beziehungen und nachhaltiger Strukturen. Ab 2028 werden gemeinsam mit den Partnereinrichtungen Anschluss- und Verstetigungskonzepte entwickelt, damit erfolgreiche Formate langfristig in den Einrichtungen verankert werden können. Das Projekt leistet damit einen nachhaltigen Beitrag zu kultureller Teilhabe, sozialer Inklusion und einem vielfältigen kulturellen Leben in den Berliner Stadtteilen.
Die Projektbeschreibung zum Projekt „Kunst und Kultur tun allen gut! Inklusive Kulturarbeit in Berlin weckt Appetit auf mehr“ finden Sie hier zum Download: Projektbeschreibung_Kunst-und-Kultur-tun-allen-gut.pdf




